Fontaneweg F1

Markierung der Streckenführung: weiß-rot-weiß, F1

Der Fontaneweg F1 wird mit einer weiß-rot-weißen Markierung ausgewiesen.

 

Fontaneweg F1

Die etwa zehn Kilometer lange Route beginnt am S-Bahnhof Berlin-Köpenick und führt durch die Altstadt zum Müggelsee. Im Kapitel Der Müggelsee schreibt Fontane:
Blick über den Langen See auf Wendenschloß

„Es freut das Herz, so an der Müggel zu sitzen und die leise Musik von Wald und Wasser um sich her, die Stunden zu verträumen. Die Sonne sinkt und das Bild, das beim ersten Anblick […] eine gewisse Monotonie zeigte, gewinnt mehr und mehr Gewalt über uns und spinnt uns in den alten Müggelzauber ein.“

– Theodor Fontane, Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Spreeland

Nach dem Landschaftsschutzgebiet Neue Wiesen, dem Wendenschloß und der Fahrt mit der Fähre über den Langen See nach Berlin-Grünau endet der Weg am S-Bahnhof Grünau.

(Quelle: Wikipedia, GNU-Lizenz für freie Dokumentation (Zit.Wikipedia) )


Fontaneweg 1 - ausgearbeitete Route, Teil 1

Fontane Wanderweg 1 (ca. 10 km)

Der erste Teil dieser insgesamt 32 km langen Wanderung auf den Spuren Theodor Fontanes
führt vom S-Bhf. Köpenick (S 3) über die Köpenicker Altstadt, entlang an der Müggelspree
zum Müggelsee, dann durch das Landschaftsschutzgebiet „Neuen Wiesen“ nach
Wendenschloss, mit der Fähre nach Grünau hinüber und zum dortigen S-Bhf. (S 8). Er ist
ca. 10 Km lang.

Streckenverlauf:
• vom Park, Ecke Bahnhofstraße / Lindenstraße, (Platz des 23. April mit Mahnmal
Köpenicker Blutwoche und Anleger Fahrgastschifffahrt) auf die Dammbrücke
• Post und katholische St.-Josef-Kirche auf der rechten Straßenseite
• Blick von der Spreebrücke auf Alt-Köpenick mit der Laurentiuskirche, links die
Baumgarteninsel, rechts der Zusammenfluss von Dahme und Spree und Blick auf
Spindlersfeld
• hinter der Brücke Stufen hinunter zur Uferpromenade, unter der Dammbrücke
hindurch, vorbei am Luisenhain mit Anlegestelle der Stern- und Kreisschifffahrt,
bis zur Langen Brücke
• Müggelheimer Straße überqueren (Eingang zum Köpenicker Schloss, siehe
Stadtwanderung, Faltblatt Nr. 1), links bis zur Ampel Gartenstraße, Müggelheimer
Straße nach links überqueren, Amtsstraße und immer geradeaus bis Müggelspree
und Stichkanal, rechts am Kanal entlang
• die Stufen hinauf zur Wendenschloßstraße, links der Markierung folgen, links über
einen freien Platz parallel zur Salvador-Allende-Straße durch eine kleine
Grünanlage, unter der Allende-Brücke hindurch zur Müggelspree
• rechts das kleine Café ”Evelin” mit Blick auf die Müggelspree, hier reich an Ufer-
Weiden
• den schönen Uferweg mit dichtem Baumbestand entlang
• Bootshäuser/Kanuverleih, Badestellen, rechtsseitig liegt die Kämmereiheide an
der Badestelle ”Der Teppich” vorbei (! hier endet zur Zeit die Markierung) bis zum
Spreetunnel, rechts die Überreste des ehemaligen Ausflugsrestaurants
Müggelschlößchen
• Blick auf die Gebäude der ”Berliner Bürgerbräu Brauerei”
• am Westufer des Müggelsees entlang, vorbei am Restaurant ”Zum Skipper”; nach
ca. 2 km rechts den schräg verlaufenden asphaltierten Weg (vor dem Abzweig
zwei Bänke) durch den Kuhstall zum Alten Chausseehaus (Bus 169- Kaulsdorf -
Müggelheim/Gosen)
• Müggelheimer Damm überqueren, rechts den Waldweg am Schild
Landschaffsschutzgebiet einbiegen
• linksseitig liegt das LSG Neue Wiesen (Titelfoto), ein Feucht-Wiesen-Moorgebiet,
das als Rückzugsgebiet für bedrohte Tier- und Pflanzenarten dient und vom
Kuhgraben durchzogen wird
• an der Wegegabelung den schräg links verlaufenden Weg weitergehen, über die
Kreuzung hinweg bis zur Kleingartenanlage Neue Wiesen
• vor dem Maschendrahtzaun links abbiegen, über den Kuhgraben und weiter den
schräg links verlaufenden Weg am Waldrand entlang bis zu einem breiten quer
verlaufenden Waldweg (Verlängerung der Müggelbergallee), rechts einbiegen in
die Müggelbergallee / Wendenschloß
o Ausstiegsmöglichkeit 9 km Wendenschloß Tram 62: Wendenschlo8 – SBahnhof
Mahlsdorf weiter mit der Fähre F 12 nach Grünau (BVG-Tarif)
o Ausstiegsmöglichkeit Grünau von der Fähre geradeaus zum S-Bahnhof
Grünau 10 km

Wissenswertes
Theodor Fontane (1819 – 1898), Schriftsteller, Nachfahre hugenottischer Einwanderer
und gelernter Apotheker, war zunächst mit Gedichten und Balladen erfolgreich. Später
wurde er durch Reisefeuilletons aus England, Schottland und vor allem aus der Mark
Brandenburg bekannt. In den letzten zwei Lebensjahrzehnten schuf er sein gesamtes
episches Werk. Mit ”Irrungen, Wirrungen”, ”Effi Briest”, ”Frau Jenny Treibel”, ”Stechlin”
verhalf er damals dem deutschen Roman zu ”Echtheit, Wahrheit, Lebensfülle”. Die
”Wanderungen durch die Mark Brandenburg” faszinieren noch heute. Wenn von
Wanderungen die Rede ist, sollte das nicht so sehr wörtlich aufgefasst werden, denn
Fontane bevorzugte auch Droschken, Schiffe, Boote und die Eisenbahn. Der markierte
Wanderweg folgt deshalb nur teilweise seine Spuren, berührt aber manche Orte, die er,
wie Hankels Ablage, literarisch verarbeitete.

Die Köpenicker Blutwoche 1933 gilt als Höhepunkt der Verfolgung aufrechter
Köpenicker Antifaschisten; 500 wurden verhaftet, 91 grausam ermordet. Gegen das
Vergessen wurde ein Mahnmal errichtet.
"Berliner Bürgerbräu", 1869 als ”Lindenbrauerei” errichtet, gilt als älteste Brauerei
Berlins. Verschiedene Namen und Eigentumsverhältnisse haben bis heute die Nachfrage
nach dem Gerstensaft nicht wesentlich beeinträchtigt. Vorgelagert ist das Braustübl, ein
beliebtes Ausflugslokal. Das Brauereigebäude steht als Industriebau auf der Liste des
Denkmalschutzes und ist besonders von der Wasserseite her attraktiv.
Der Spreetunnel 1926/27 erbaut, 120 m lang, liegt mit der Sohle 8,5 m unter dem
Wasserbett. Am Ausgang des Spreetunnels (von Friedrichshagen kommend) stand das in
den zwanziger Jahren erbaute und mit 5000 Plätzen in Sälen, Veranden und einem
Garten ausgestattete Ausflugsrestaurant Müggelschlößchen. Es fiel in den ersten
Nachkriegswirren den Flammen zum Opfer.

Der Müggelsee ist der größte der Berliner Seen mit einer Länge von reichlich 4 km,
einer Breite von reichlich 2 km und einer durchschnittlichen Tiefe von 5 m. Er ist
beliebtes Ausflugsziel, ”Badewanne” der Berliner, Wassersportgebiet, Fahrrinne für
Dampfer und Fähren und war Reservoir für die Trinkwasserversorgung Berlins. In
früheren Urkunden wird der Müggelsee ”die Miggel” genannt; Sprachwissenschaftler
nehmen an, dass der oft zu beobachtende Dunstschleier und die Verwandtschaft mit dem
Wort ”mgla” (russisch = Nebel) die Namensgebung erklären. Seine ganzjährige
Anziehungskraft verdankt er nicht zuletzt der waldreichen Umgebung und den reizvollen
Uferwegen. Die Spree durchfließt den Müggelsee von Ost nach West.
Auf dem mit Kuhstall bezeichneten Landschaftsgebiet waren früher die Tiere
untergestellt, die in der Umgebung weideten.
Das Chausseehaus diente der Erhebung von Chausseegeld, einer Art Wegezoll zum Bau
und zur Unterhaltung der Chausseen. Aus dem vorspringenden Erker im Erdgeschoss
wurde kassiert.
Wendenschloß entstand um die Jahrhundertwende als Villenkolonie Köpenicks. Die
landschaftlich schöne Lage an der Wendischen Spree zog viele Berliner und Köpenicker
an, um sich hier niederzulassen. Noch bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts bestand
in der Senke östlich des Vorortes eine offene Verbindung des Langen Sees mit dem
Müggelsee. Der heutige Kuhgraben ist als schmales Rinnsal das einzige Überbleibsel
dieser Verbindung.
Grünau wurde 1749 auf Geheiß Friedrich II. von Pfälzer Kolonisten als Bauernkolonie
gegründet und entwickelte sich zum Villenvorort und namhaften Wassersport- und
Erholungsgebiet im Südosten Berlins.

Fahrverbindungen
Köpenick
S 3 Erkner – Potsdam
bis Bahnhofstraße/Lindenstraße Tram 26 Hohenschönhausen-Krankenhaus Köpenick
Tram 60 S-Bahnhof Adlershof – Friedrichshagen
Tram 61 Johannisthal – Rahnsdorf
Tram 62 Wendenschlo8 – S-Bahnhof Mahlsdorf
Tram 67 Johannisthal – Krankenhaus Köpenick
Tram 68 Krankenhaus Köpenick - Schmöckwitz
ab S-Bahnhof
Grünau
S 8 Grünau - Bernau
S 6 Zeuthen – Warschauer Straße
S 46 Königs Wusterhausen - Westend

Quelle: Eine aktive Wandergruppe des LIBIZEM in Berlin hat uns diese ausführliche Beschreibung zur Verfügung gestellt - herzlichen Dank dafür!


Fontaneweg 1 - ausgearbeitete Route, Teil 2

Fontane Wanderweg 1 (ca. 22 km)
Der zweite Teil dieser Route auf Fontanes Spuren beginnt in Berlin-Grünau (S 8) , führt
entlang am Langen See (Karolinenhof) und am Zeuthener See (Eichwalde) nach Brandenburg.
Vorbei am Naturschutzgebiet „Höllendrund“, an Zeuthen und an der Stadt Wildau geht es
bis nach Königswusterhausen (S 46) mit seinem Jagdschloss des „Großen Kurfüsten“,
Friedrich Wilhelm. Die Strecke ist etwa 22 Km lang.

Streckenverlauf:
• ab Fähre Grünau, Wassersportallee, der Markierung folgen, auf der Regattastraße
immer an der Dahme entlang, die wegen ihrer Breite von Grünau bis Schmöckwitz
als Langer See bezeichnet wird (Tram 68 parallel), vorbei an der
Regattastrecke, an Bootshäusern, an der Sportschule für Rudern / Kanu des
Landessportbundes Berlin und am Freibad Grünau
• am Wege viele Bade- und Raststellen, rechtsseitig der Berliner Stadtforst und das
LSG Krumme Laake
• abweichend von der Markierung entlang der Asphaltstraße empfiehlt es sich, links
den ersten Waldweg zur reizvollen Bammelecke – eine beliebte Bade- und
Raststelle – zu wählen
• Blick auf Große und Kleine Rohrwallinsel
• Blick auf Marienlust und die Müggelberge mit Müggelturm
• zur Asphaltstraße zurück und eingangs von Karolinenhof (geradeaus 50 m:
Griechisches Restaurant ”Paradisos”) links einbiegen, am Dorfteich vorbei der
Markierung folgen und geradeaus durch die Rehfeldstraße und die kurvenreiche
Rohrwallallee
• durch den Wald entsprechend der Markierung
• Straße Zum Seeblick rechts, Adlergestell links nach Schmöckwitz 17 km
o Abstecher nach Alt-Schmöckwitz Adlergestell geradeaus weiter zur
Dorfkirche und der alten Dorfanlage; Gaststätten am Wege
o Ausstiegsmöglichkeit Schmöckwitz 18 km
• weiter der Markierung folgen, das Adlergestell überqueren, links bis zur
Godbersenstraße, rechts einbiegen
o Ausstiegsmöglichkeit Eichwalde 20 km rechts dem Waldweg und der
Markierung folgen, Gosener Straße überqueren, Bahnhofstraße, S-Bahnhof
Eichwalde
Ortswanderung von Schmöckwitz nach Zeuthen
• Godbersenstraße überqueren, der Markierung in die Lindenstraße folgen
• Ecke Tschaikowskistraße Badestelle am Zeuthener See
• Friedensstraße überqueren
• links am Ende der Friedenstraße Blick auf den Zeuthener See und den
Schmöckwitzer Werder
• weiter Uckermarkstraße, rechts Havellandstraße, links Niederlausitzstraße, links
Seestraße
• rechtsseitig die Zeuthener Heide, linksseitig verschiedene Ausblicke auf den
Zeuthener See zwischen den Villengrundstücken am Wasser
• am Ende der Seestraße rechts das Zeuthener Rathaus (Backsteinbau) und die
Jugendstilkirche (eingeweiht im Oktober 1914)
• weiter links Dorfaue
• hübsche Parkanlage an der Einmündung des Pumpengrabens in den Zeuthener
See
• Eichenallee, Platanenallee mit dem Institut für Hochenergiephysik DESY,
Platanenallee 6, 15738 Zeuthen: Hier befand sich das ”Etablissement Käppel”, in
dem Fontane 1884/85 logierte. Eine kleine Ausstellung erinnert daran.
Voranmeldungen erforderlich unter Telefon: 03 37 62 / 770 367
• Erläuterungen über Fontanes Beziehungen zu diesem heutigen Ortsteil Zeuthens
und zu Hankels Ablage gibt Herr Dr. Kleine, Lindenallee 1, 15738 Zeuthen,
Telefon: 03 37 62 / 32 21
• am Ende der Platanenallee Blick auf den Zeuthener See und auf
Rauchfangswerder-Nord
• von der Platanenallee zur Lindenallee, links der Markierung folgen, Fontaneallee
bis zum Fontaneplatz (Teil von Hankels Ablage)
• Rastplatz mit Blick auf Rauchfangswerder-Süd und auf den Miersdorfer Werder
halbrechts
• rechts Westkorso, Bahngleise überschreiten, rechts Birkenallee und Rheinstraße
bis Hankelweg 24 km
o Ausstiegsmöglichkeit Zeuthen 25 km . rechts Hankelweg, links Bahnstraße
bis zum S-Bahnhof Zeuthen
• links Hankelweg, leicht bergauf durch den Wald bis Miersdorf
• links in die Miersdorfer Chaussee einbiegen und weiter über Straße der Freiheit
durch die Neubausiedlung Miersdorf, rechts Straße am Höllengrund
• über die Straße am Pulverberg, Durchquerung des reizvollen NSG Höllengrund-
Pulverberg
• im Tal linksseitig ein Feuchtgebiet
• weiter geradeaus, dann links der Markierung folgen, vor dem Pulverberg rechts
zum Wohnpark Röthegrund (Wildau) abbiegen
• Straße Wildbahn links einbiegen, durch den Wohnpark, rechts Fliederweg,
halbrechts kleines Waldstück bis Hoherlehme durchlaufen
• Freiheitsstraße überqueren, geradeaus Miersdorfer Straße und Dorfaue
(Gaststätten am Weg)
• geradeaus Straße Goethebahn (breiter Feldweg) Autobahnüberquerung,
Goethebahn weiter über den Funkerberg Königs Wusterhausen
Funkübertragungsmaste weithin sichtbar (1929 standen dort 22 Türme). Von hier
wurde Anfang der zwanziger Jahre die erste Rundfunksendung der Post
ausgestrahlt. Gaststätte ”Der Turm” mit Cafe, Terrassenplätzen,
Aussichtsplattform; Kultur- und Ausstellungsstätte geradeaus Berliner Straße
entsprechend der Markierung, links Schlossplatz, rechts das Jagdschloss Friedrich
Wilhelm I., geradeaus Puschkinstraße über die Nottekanal-Brücke zum S-Bahnhof
Königs Wusterhausen

Wissenswertes
Die Grünauer Regattastraße ist seit der Olympiade 1936 weltbekannt. Bereits im Jahre
1880 hatte die Grünauer Regatta Premiere. Die gerade Strecke über 2000 m besteht seit
1881 und ist alljährlich Wettkampfstätte für den Wanderpreis ”Große Grünauer Regatta”.
Segelregatten wurden dort schon ausgetragen, als Fontane 1874 in Begleitung von
Mitgliedern des Seglerklubs auf der ”Sphinx” von Köpenick bis Teupitz fuhr.
Die Bammelecke verdankt ihren Namen den Rudersportlern, denn seit der ersten
”Großen Grünauer Regatta” werden hier die Boote an den Start gerufen.
Der Villenort Karolinenhof wurde 1894 von einem Berliner Bankier gegründet und
gehört auch heute noch zu den bevorzugten Wohngegenden.
Das Dorf Schmöckwitz wurde 1375 erstmals urkundlich erwähnt. Sein Name ist
slawischen Ursprungs ”Smekewitz”. Seit alters her besaßen hier die Fischer das
Fischereirecht in den markgräflichen Gewässern. Slawische Siedlungen sind seit dem 9.
Jahrhundert nachweisbar. An Alt-Schmöckwitz 1-18 ist die alte Dorfanlage aus der ersten
Hälfte des 19. Jahrhunderts, ursprünglich einstöckig, noch gut erkennbar. Um die
Jahrhundertwende wurde Schmöckwitz durch die verkehrsmäßige Erschließung beliebter
Ausflugsort der Berliner (18 km lange ”Schmöckwitz-Grünauer Uferbahn” seit 1912). Ein
Bauensemble der Jahrhundertwende mit Schmöckwitzer Schule, Feuerwache und
Straßenbahndepot befindet sich dort, wo die längste südöstlichste Straße Berlins, das
Adlergestell, endet. Vorläufer der 1963 fertiggestellten Brücke gab es 1818 und 1557
(aus Holz). Die Dorfkirche Schmöckwitz, Baujahr 1799, liegt auf einem kleinen Hügel
neben der alten Dorfanlage Alt-Schmöckwitz. Der Kronleuchter erinnert, ebenso wie das
Denkmal vor der Kirche, an die Zeit der Befreiungskriege 1813-1815 und bewahrt das
Andenken an die Schmöckwitzer, die dabei ihr Leben ließen. Die Schuke-Orgel stammt
aus den Jahren 1911/1982; die farbigen Glasfenster wurden 1937 eingesetzt.
Fontaneplatz, Teil von Hankels Ablage, wo Fontane die letzten Kapitel des Romans
”Irrungen, Wirrungen” schrieb. Von Fontane (siehe auch Fontane-Wanderweg, wird
Hankels Ablage als eine ”Villenkolonie an der Südspitze des Zeuthener Sees gelegen” und
”einer der reizendsten Plätze in der Umgebung von Berlin” beschrieben. Namensgeber
war der Fischer Friedrich Hankel, der sich an der früheren Verladestelle (Ablage, meist
für Holz) niederließ, später auch Ausschankrechte bekam. Seine Söhne und Enkel
entwickelten die ”Ablage” zu einem Ausflugslokal. Einem ersten Blick von Bord der
”Sphinx” 1874 folgte 10 Jahre später ein zweiwöchiger Aufenthalt Fontanes in Hankels
Ablage.
Königs Wusterhausen, im brandenburgischen Landkreis Dahme – Spreewald gelegen,
ist durch den Seen- und Waldreichtum der Umgebung ein traditionelles Ausflugsgebiet;
bis zur Kreisneugliederung 1992/93 war ”KW” Kreisstadt im Bezirk Potsdam. Bedeutung
erlangte die erstmals 1325 im Landbuch Kaiser Karl IV. als ” wusterhuse slavica”
(Wendisch Wusterhausen) erwähnte Ansiedlung erst in der Regierungszeit Friedrich
Wilhelm I., für den Wusterhausen bevorzugter Aufenthaltsort war. In der Zeit der
Errichtung des Jagdschlosses im Renaissance-Stil wurde aus dem Ort Wusterhausen
”Königs Wusterhausen”. Die Stadtrechte wurden erst 1935 verliehen.
Das Jagdschloss Friedrich Wilhelm I. wurde nach umfangreicher Rekonstruktion im
September 2000 wieder der Öffentlichkeit übergeben. Heute ist das Schloss Museum, in
authentischer Umgebung. Vermittelt es den Besuchern einen Einblick in das künstlerische
Schaffen in Brandenburg-Preußen in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts, Führungen unter
0 33 75 - 21 17 00. Das Café ”Der Turm” auf dem Funkerberg befindet sich seit 1991 im
1910 architektonisch reizvoll erbauten Turmgebäude, das bis 1965 der
Wasserversorgung der Stadt Königs Wusterhausen diente. Von der Aussichtsplattform
hat man einen herrlichen Blick über die Stadt und das umliegende Dahmeland.

Fahrverbindungen
ab S-Bahnhof
Grünau
S 6 Zeuthen – Warschauer Straße
S 8 Grünau – Bernau
S 46 Königs Wusterhausen – Westend
zurück analog
weitere Informationen: Tourismusverband Dahme-Seen e.V

Quelle: Eine aktive Wandergruppe des LIBIZEM in Berlin hat uns diese ausführliche Beschreibung zur Verfügung gestellt - herzlichen Dank dafür!