Wandern im Ruppiner Land: In und um Neuruppin wurde zwar kein offizieller Fontaneweg definiert, jedoch bietet das Ruppiner Land mit seinem 250 km langen Rundwanderweg, aufgeteilt in elf Etappen, schöne Ein- und Ausblicke in Landschaft und Dörfer. --> www.Ruppiner-Land-Rundwanderweg.de


MAZ, 16.4.2018

Neuer Wanderweg: Fontane zum Entschleunigen

Ab 2019 soll ein neuer Wanderweg durchs Ruppiner Land führen: von Neuruppin aus über 192 Kilometer auf den Spuren Fontanes. Für zunächst 100 000 Euro ist ein Premiumweg geplant.

Theodor Fontane ist ein strittiger Märker, findet Stephan Theilig. War er der große Bewahrer der märkischen Geschichte, als der er oft dargestellt wird? Liebte er Brandenburg wirklich? Als Leiter des Brandenburg-Preußen-Museums in Wustrau findet Theilig solche Fragen spannend.
Fest steht für ihn: Mit seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ hat Fontane ein riesiges Netzwerk von Orten geschaffen, an die sich noch heute anknüpfen lässt. Und das soll jetzt passieren.

Die Kreise Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel wollen mit dem Tourismusverband Ruppiner Seenland einen neuen Wanderweg durchs Ruppiner Land schaffen: 192 Kilometer auf den Spuren Fontanes von Neuruppin über Wustrau, Lindow, Liebenberg, den Stechlin und Rheinsberg zurück nach Neuruppin.

Landkreise wollen jetzt 100 000 Euro investieren
Einen ähnlichen Weg gab es schon früher, doch der ist inzwischen fast vergessen, sagt Landrat Ralf Reinhardt. Jetzt soll etwas Dauerhaftes entstehen. Knapp 100 000 Euro wollen die Kreise dafür investieren, kündigte Reinhardt am Freitag in Wustrau an.

Es müssen Schilder aufgebaut, Bänke angeschafft und die möglichst naturbelassenen Wege so hergerichtet werden, dass sie gut zu begehen sind und Wanderer auch etwas zu sehen bekommen.

Bis zum Frühjahr 2019 soll der Wanderweg nutzbar sein. Später will der Tourismusverband die Qualität weiter ausbauen und auch Gastwirte an der Strecke mit ins Boot holen.

Ziel: ein Premiumwanderweg, der deutlandweit beworben wird
Ziel ist es, einen sogenannten Premiumwanderweg zu schaffen, der deutschlandweit beworben werden kann und auch die offiziellen Kriterien des Deutschen Wanderverbandes (DWV) erfüllt. In Brandenburg gibt es bisher nur wenige solcher Wege, sagt Peter Krause vom Tourismusverband. Er hält nichts von Mittelmaß. Der neue Wanderweg müsse hochwertig sein.

Wandern als Teil des Gesundheitstourismus hat ein großes Potenzial – auch wirtschaftlich, sagt Reinhardt. Immer mehr Menschen suchen im Urlaub einen Ort zum Wandern.

Für Stephan Theilig ist Wandern ein Mittel zu entspannen: „Die Menschen haben das Gefühlt für das Reisen vergessen“, sagt er. Zu Fontanes Zeiten dauerte Reisen sehr viel länger als heute. Wandern sei da das ideale Mittel zum Entschleunigen.

Von Reyk Grunow
MAZ-online
16.4.2018
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