Johann Wolfgang von Goethes Ballade „Erlkönig“ zählt zu den bekanntesten Gedichten der deutschen Literatur. Durch den Einsatz verschiedener Stilmittel entsteht eine düstere, spannungsgeladene Atmosphäre, die den Leser in ihren Bann zieht. Doch welche Stilmittel verwendet Goethe, und welche Wirkung haben sie?
Wichtige Stilmittel im „Erlkönig“
1. Dialog & direkte Rede
Das Gedicht enthält einen Wechsel zwischen den Stimmen des Erzählers, des Vaters, des Kindes und des Erlkönigs. Dies erzeugt Dynamik und verstärkt den Spannungsaufbau.
Beispiel:
„Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?“ – Die direkte Rede vermittelt Angst und Verzweiflung des Kindes unmittelbar.
2. Wiederholungen
Einige Zeilen oder Worte wiederholen sich, um Emotionen wie Angst oder Dringlichkeit zu verstärken.
Beispiel:
„Mein Vater, mein Vater!“ – Die wiederholte Anrede des Vaters zeigt die zunehmende Panik des Kindes.
3. Anaphern (Wiederholung am Satzanfang)
Durch Anaphern wird die Intensität der Aussagen gesteigert.
Beispiel:
„Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht…“
4. Metaphern & Personifikationen
Der „Erlkönig“ selbst ist eine Personifikation – er steht symbolisch für eine bedrohliche Macht (z. B. den Tod).
➡ Beispiel:
„Erlkönig mit Kron’ und Schweif“ – Die Darstellung als märchenhafte Gestalt macht ihn umso unheimlicher.
„Es säuselt der Wind“ – Der Wind wird als lebendige Macht dargestellt, was die unheilvolle Atmosphäre verstärkt.
5. Alliteration (gleicher Anfangsbuchstabe mehrerer Wörter)
Alliterationen sorgen für einen einprägsamen Klang und verstärken die Dramatik.
Beispiel:
„Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?“ – Die Wiederholung des „W“ betont die düstere Stimmung.
6. Kontraste (Hell vs. Dunkel, Leben vs. Tod)
Goethe nutzt Gegensätze, um die Bedrohung des Erlkönigs hervorzuheben.
Beispiel:
„Den Erlkönig mit Kron’ und Schweif“ (verführerisch) vs. „in seinen Armen das Kind war tot“ (schockierendes Ende).
Fazit: Warum sind die Stilmittel so wirkungsvoll?
Goethe nutzt eine Kombination aus direkter Rede, Wiederholungen, Metaphern und Kontrasten, um eine packende, unheilvolle Atmosphäre zu erschaffen. Dadurch wird die Angst des Kindes spürbar – und der plötzliche Tod am Ende umso erschreckender.
„Erlkönig“ bleibt deshalb ein Meisterwerk der deutschen Dichtung!
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